Auf der Suche nach dem Boden: Warum ich für den Aktienmarkt wieder optimistischer werde
Trotz geopolitischer Risiken liefern seltene Momentum-Signale im NASDAQ 100 und eine bullische Divergenz in der Marktbreite starke statistische Argumente für eine nachhaltige Bodenbildung und eine positive Kursentwicklung in den kommenden Monaten.
Liebe Leser/innen,
In den letzten Wochen fühlte sich der Blick auf das Depot oft wie eine Achterbahnfahrt an. Doch am Morgen des 8. April 2026 rieb ich mir verwundert die Augen: Der S&P 500 eröffnete mit einer massiven Kurslücke von über 2% und sprang mit einem Schlag über zwei der wichtigsten technischen Hürden - die 21-Tage-Linie und den 200-Tage-Durchschnitt.
Warum ist das diesmal anders?
Solche „Gaps“ gab es seit 2003 erst drei Mal. Das Besondere am aktuellen Signal ist jedoch die Qualität des Schlusskurses: Anders als in der Vergangenheit wurde die Kurslücke bis zum Handelsende verteidigt. Für mich ist das ein erstes strukturelles Signal, das wirklich Gewicht hat.
Die Kraft der Marktbreite
Was mich besonders positiv stimmt, ist die sogenannte „bullische Divergenz“. Während der S&P 500 Anfang April neue Tiefs markierte, begann sich die Marktbreite bereits zu stabilisieren. Das verrät uns etwas Wichtiges: Der vorherige Ausverkauf wurde primär von wenigen Schwergewichten getrieben, während die Masse der Aktien bereits ein höheres Tief bildete.

Zusätzlich hat der NASDAQ 100 gerade eine Serie von acht aufeinanderfolgenden Gewinn-Tagen hingelegt. Historisch gesehen war ein solcher Zeitraum in 100% der Fälle zwei Monate später im Plus; und zwar mit einem durchschnittlichen Gewinn von über 10%. Auch der McClellan-Oszillator hat nach vier Monaten Durststrecke wieder die 50er-Marke geknackt, was historisch eine Trefferquote von 91% für steigende Kurse nach einem Monat aufweist.
Das „Aber“: Geopolitik und Volatilität
Trotz aller Statistik bleibe ich wachsam. Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran ist das große Risiko. Doch blickt man auf die Saisonalität des VIX, zeigt sich ein spannendes Muster: Historisch gesehen tendiert die Volatilität von Januar bis Anfang April nach oben und erreicht oft im März ihren Höhepunkt. Nach dem jüngsten Spike über die 30er-Marke ist der VIX nun auf 19,20 zurückgefallen. Das entspricht fast exakt dem typischen saisonalen Verlauf, auf den in der Regel eine Phase der Entspannung folgt. Solange wir hier keine neuen Hochs sehen, ist das für mich eines der stärksten Argumente für eine Beruhigung der Lage in den kommenden Wochen.

Mein Fazit Die Bedingungen für eine nachhaltige Trendwende sind vorhanden, aber noch nicht final bestätigt. Wir müssen die Tiefs um 6.300 Punkte im S&P 500 jetzt verteidigen. Mit fallender Volatilität und steigender Marktbreite sieht es für mich jedoch stark danach aus, als hätte der Markt seinen Boden gefunden. Ab sofort müssen kurzfristige Rücksetzer von den Käufern erfolgreich verteidigt werden!
Happy Trading,
Patrik
